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Rechtliches

Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

Übersicht

Anlage 1 zum Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 Abs. 3 lit. c, Art. 32 DSGVO. Auftragsverarbeiter ist die IonKon GmbH, Dessauer Straße 280, 06886 Lutherstadt Wittenberg. Gegenstand der Verarbeitung: Einmalige Verarbeitung der vom Kunden bereitgestellten Dokumente zur Erzeugung eines kundenindividuellen Sprachmodells, Auslieferung auf einem lokalen KI-Server, anschließende Löschung. Nach der Lieferung findet keine laufende Verarbeitung von Kundendaten durch IonKon statt; das Modell arbeitet vollständig beim Kunden.

1.1 Zutrittskontrolle (physisch)

- Kundendaten werden ausschließlich in Rechenzentren von Infrastrukturpartnern in der EU verarbeitet und gespeichert; ein eigener Serverbetrieb mit Kundendaten in Geschäftsräumen findet nicht statt. - Physische Sicherheit der Rechenzentren liegt bei den Infrastrukturpartnern; das Verzeichnis der eingesetzten Subauftragsverarbeiter mit Sitz und Zweck steht in Nummer 7 des AVV sowie in Nummer 4.3 dieser TOM. - Geräterichtlinie: Arbeitsgeräte der Mitarbeitenden sind mit Festplattenverschlüsselung und automatischer Bildschirmsperre gesichert.

1.2 Zugangskontrolle (Systeme)

- Zugriff auf Produktionssysteme ist auf die beiden Geschäftsführer der IonKon GmbH beschränkt, die namentlich dokumentiert sind. - Programmatischer Zugriff auf die Trainings-API nur mit geheimen API-Schlüsseln (mindestens 32 Byte Zufall); Schlüssel werden nicht im Quellcode, sondern ausschließlich als Umgebungsvariablen bzw. aus einem Secret-Store bereitgestellt. Ein automatischer Härtetest verweigert den Produktionsstart mit Platzhalter- oder Kurzschlüsseln. - Operator-Oberfläche (internes Cockpit): Anmeldung mit individuellen Konten und Passwörtern (Speicherung als scrypt-Hash), Sitzungs-Tokens werden nur gehasht gespeichert. Der Netzzugang zum Cockpit ist am Produktions-Edge auf konkrete VPN-/Büro-Netzbereiche beschränkt; pauschale Freigaben (0.0.0.0/0) sind technisch verboten. - Kundenportal: passwortbasierte Konten (scrypt), E-Mail-Verifizierung vor Bestellung, Einmal-Tokens (gehasht, einmalverwendbar) für Anmelde- und Zurücksetz-Links, Brute-Force-Begrenzung je E-Mail- und IP-Kombination.

1.3 Zugriffskontrolle (Berechtigungen)

- Rollenmodell im Operator-Cockpit mit fünf Rollen (OWNER, OPS, SUPPORT, FINANCE, PRIVACY); jede Leseoperation läuft über eine zentrale, berechtigungsgeprüfte Schicht und wird im Auditprotokoll erfasst. - Datenbankzugriffe nach dem Least-Privilege-Prinzip: Das Laufzeit-Credential der Anwendung besitzt keine Schemarechte (DDL); Migrationen laufen über ein getrenntes Credential in einem separaten, einmaligen Migrationsschritt. Ein versioniertes Prüfskript kontrolliert die Rechtevergabe fail-closed. - Das Auditprotokoll des Cockpits ist append-only; nachträgliche Änderungen sind durch Datenbankrechte ausgeschlossen.

1.4 Trennungskontrolle

- Strikte Silo-Trennung pro Kunde: Jeder Auftrag erzeugt ein eigenes Modell ausschließlich aus den Dokumenten dieses einen Kunden. Eine Vermischung von Trainingsdaten oder Modellen verschiedener Kunden ist im Ablauf nicht vorgesehen und durch auftragsgebundene Speicherpfade und auftragsgebundene Verschlüsselungskontexte technisch unterbunden. - Für jeden Trainingsauftrag wird eine eigene, dedizierte GPU-Instanz erzeugt und nach Abschluss in jedem Ausgang (Erfolg, Fehler, Abbruch) zerstört; unverschlüsselte Zwischenstände auf der Instanz werden gelöscht. - Die Website-Datenbank (Konten, Bestellungen, Zahlungsstatus) ist von der Verarbeitungs-Datenbank vollständig getrennt; Kundendokumente erreichen die Website-Ebene zu keinem Zeitpunkt (Upload erfolgt direkt in den Objektspeicher, siehe 2.1).

1.5 Pseudonymisierung und Datenminimierung

- Vor der Erzeugung von Trainingsdatensätzen durchläuft der extrahierte Text eine eigene PII-Filterstufe der Pipeline. - Das Operator-Cockpit zeigt ausschließlich minimierte Bestell-, Kunden-, Zahlungs- und Lifecycle-Daten; Kundendokumente sind dort nicht abrufbar. - Es werden keine Zahlungsmitteldaten (z. B. Kartennummern) gespeichert; die Zahlungsabwicklung liegt beim Zahlungsdienstleister.

2.1 Weitergabekontrolle (Transport)

- Sämtliche externen Verbindungen sind transportverschlüsselt (TLS/HTTPS); in Produktion erzwingt die Anwendung HTTPS für öffentliche Basis- und Callback-URLs fail-closed. - Der Dokumenten-Upload erfolgt über kurzlebige, vorsignierte Formulare (Gültigkeit 1 Stunde) direkt in den EU-Objektspeicher, ohne Transit über Anwendungsserver. - Status-Rückmeldungen zwischen Verarbeitung und Website sind je Nachricht HMAC-SHA-256-signiert; Nachrichten mit ungültiger Signatur werden ohne Seiteneffekt verworfen. Callback-Ziele werden gegen eine Allowlist geprüft (Schutz vor SSRF), in Produktion ausschließlich HTTPS auf öffentliche Ziele.

2.2 Speicherverschlüsselung

- Artefakte im Objektspeicher (Korpus, Datensätze, Modellstände, Auslieferungspakete) werden anwendungsseitig mit AES-256-GCM verschlüsselt, im Envelope-Verfahren: je Artefakt ein eigener Datenschlüssel, der seinerseits mit dem Master-Key verschlüsselt abgelegt wird; das Format ist versioniert und an den Auftragskontext gebunden (kein Austausch zwischen Aufträgen). - Der Master-Key liegt ausschließlich als Umgebungsvariable/Secret vor und unterliegt demselben Produktions-Härtetest wie alle Geheimnisse.

2.3 Eingabekontrolle

- Statusübergänge der Aufträge werden mit Zeitstempeln versioniert erfasst (monotone Ereignisfolge, Schutz gegen veraltete oder mehrdeutige Fakten). - Cockpit-Zugriffe werden mit Akteur, Aktion, Ressource und Ergebnis im append-only Auditprotokoll erfasst. - Uploads werden serverseitig validiert (ZIP-Struktur, Größen- und Pfadprüfungen, Schutz gegen Archivbomben und getarnte Container).

3. Verfügbarkeit und Belastbarkeit

- Die Verarbeitung ist als kurzlebiger, wiederanlauffähiger Workflow orchestriert (Temporal); abgebrochene Läufe können deterministisch fortgesetzt oder kontrolliert als fehlgeschlagen abgeschlossen werden. - Produktionscontainer laufen ohne Root-Rechte mit schreibgeschütztem Dateisystem, mit Healthchecks, Neustart-Richtlinien und Ressourcenlimits; Container-Images sind über Digests unveränderlich festgeschrieben und werden vor dem Ausrollen skriptgeprüft. - Ein Abgleichsjob (Reconciliation) erkennt hängende Aufträge und verwaiste Ressourcen und führt sie nach. - Datensicherung: Die beiden Datenbanken (Trainings-Pipeline und Website) werden per dokumentiertem pg_dump-Export gesichert; Artefakte im Objektspeicher liegen redundant bei STRATO HiDrive vor. Der Master-Key wird getrennt von beiden Sicherungen aufbewahrt, sodass ein einzelner kompromittierter Bestandteil allein nicht zur Entschlüsselung ausreicht. - Da Kundendaten nur für die Dauer der Fertigung vorgehalten werden (siehe 4.2), ist der Schaden eines Totalverlusts strukturell begrenzt: Der Kunde besitzt die Quelldokumente, IonKon kann die Fertigung wiederholen.

4.1 Entwicklungs- und Änderungsprozess

Diese TOM werden mindestens einmal jährlich sowie bei wesentlichen Änderungen der Verarbeitung durch die Geschäftsführung überprüft und bei Bedarf fortgeschrieben. - Änderungen laufen über Versionskontrolle mit Continuous Integration: automatisierte Tests (Web und Backend), statische Analysen und ein Secret-Scanner (Gitleaks) vor jeder Zusammenführung. - Sicherheitsrelevante Konfiguration ist fail-closed voreingestellt; Test- und Entwicklungsschalter sind in Produktion technisch wirkungslos (doppelte Guards gegen Fehlkonfiguration). - Adversariale Sicherheitsprüfungen (Red-Team-Durchläufe) werden anlassbezogen durchgeführt und ihre Befunde nachweisbar behoben.

4.2 Löschkonzept

- Trainingsdaten und eigene Modellkopien werden nach Empfangsbestätigung der Lieferung gelöscht; bestätigt der Kunde trotz zweier Erinnerungen nicht, greift die vertragliche Zugangsfiktion und die Löschung erfolgt zu diesem Zeitpunkt. Sobald die Löschung erfolgt ist, wird automatisch ein Löschnachweis erteilt. - Unabhängig davon gilt eine technische Aufbewahrungsobergrenze (Standard 30 Tage, absolute Obergrenze 180 Tage), nach deren Ablauf Artefakte automatisch bereinigt werden. - Kontaktanfragen werden nach 12 Monaten automatisch gelöscht; die Löschung eines Kundenkontos entfernt kaskadierend alle zugehörigen personenbezogenen Datensätze der Website-Ebene.

4.3 Auftragskontrolle (Subauftragsverarbeiter)

- Vollständiges Verzeichnis der Subauftragsverarbeiter, jeweils mit Auftragsverarbeitungsvertrag: STRATO GmbH (Deutschland), Betrieb des Webservers, der Datenbank und des Objektspeichers (STRATO HiDrive, Region eu-central-1); DataCrunch Oy, Cloud-Marke „Verda“ (Finnland), GPU-Rechenleistung für Training und Datensynthese; BuchhaltungsButler GmbH (Deutschland), Rechnungsstellung und Zahlungsabgleich. Verarbeitung von Kundendokumenten findet ausschließlich in der EU statt. Ein externer LLM-Anbieter wird nicht eingesetzt (der Lehrer-vLLM läuft auf der eigenen EU-GPU-Instanz). - Weisungsrechte, Kontrollrechte und Meldewege bei Datenschutzvorfällen regelt der AVV (Nummer 9): IonKon meldet eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten dem Kunden unverzüglich, spätestens 48 Stunden nach Kenntniserlangung, über die Kontaktadresse info@ionkon.de.

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